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Plan des Truppenübungsplatzes aus dem Jahr 1913  ( Vereinsarchiv des Förderverein Bürgerhaus Friedrichsfeld e.V.)

Der Lageplan des Truppenübungsplatzes Friedrichsfeld wurde von der Weseler Druckerei Carl Kühler im Juli 1913 gefertigt. Er gibt uns eine Fülle von Hinweisen auf seine militärische Infrastruktur in der Zeit unmittelbar vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Der Bereich umfasste zu diesem Zeitpunkt einschließlich des 1870 errichteten Militärwohnlagers Friedrichsfeld eine Fläche von fast 1000 Hektar, zum größten Teil ungenutztes Heideland. Die von der Festung Wesel aus gesehen südlich liegende „Weselsche Heide“ war schon zur frühen preußischen Zeit Übungsplatz für die dort stationierten Soldaten. Friedrich II. (der Große) zum Beispiel inspizierte 1763 und 1768 dort seine in Wesel aufgestellten Regimenter. Nach dem Sieg über die Französischen Truppen in den Freiheitskriegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte Preußen im September 1814 die allgemeine Wehrpflicht ein. Schon bald wurde die Heide zum Truppenübungs- und Artillerieschießplatz zur Verfügung des 7. Armeekorps bestimmt, entsprechend ausgebaut und nach steigenden militärischen Erfordernissen mehrfach durch Zukauf und Anpachtungen erweitert. Der Plan zeigt seine größte Abgrenzung: Im Norden die zur Umfahrung des Truppenübungsplatzes in den Jahren 1892-94 angelegte „Neue Hünxer Straße“, im Osten die „Tester Berge“, im Süden das Bruch-Gebiet Voerde-Holthausen, im Westen – ein wenig durch Privatbesitz zergliedert – die Bahnlinie Oberhausen–Wesel.  Die Zeichenerklärungen am unteren Rand des Planes erläutern die Aufteilung und Einrichtungen des Übungsplatzes.

Heute ist aus der historischen Vergangenheit nur noch wenig vorhanden, bis auf einige Restflächen im äußersten Osten und Süden ist der bis 1918 militärisch genutzte Bereich vollständig besiedelt, aus dem Infanterie-Schießstand am Südrand ist der Waldfriedhof Friedrichsfeld geworden. Lediglich der 1870 in der Mitte des Truppenübungsplatzes angelegte Friedhof für die in den Kriegen 1870/71 und 1914/18 im Kriegsgefangenenlager Friedrichsfeld verstorbenen Soldaten erinnert noch an diese Zeit, er steht auch in Zukunft unter der Obhut des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Aus dem alten Militärwohnlager am Westrand ist der Ort Friedrichsfeld entstanden. Der ehemalige Offizierspark in seiner Mitte ist dabei bis heute erhalten geblieben. Die dort am Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Ehrenmale für die in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 gefallenen Soldaten des in der Garnison Wesel stationierten Feldartillerie-Regiments Nr. 7 sind Zeugen der engen Verbundenheit der Festung mit dem Truppenübungsplatz Friedrichsfeld.

Text: Karl Göllmann

Die Lage des Tannenhügels